ÖTZTALERMARATHON

 

I have a Dream

Nach langer Vorbereitung und etlichen Trainingsstunden auf dem Rennrad, war nun der Zeitpunkt gekommen um nach Sölden zu fahren. So starten meine Frau Thesi und ich am Samstagmorgen Richtung Sölden.

Das Auto beladen mit Rennrad und Ersatzmaterial sowie Kleidung für jede Witterung.

Nach etwa 4 Std. erreichten wir bei strömendem Regen Sölden Zimmerbezug in der Pension Arnold war angesagt. Die Pension war ausgebucht mit Fahrern die den gleichen Traum hatten wie ich, den Ötzi zu bezwingen. Das heisst 238 km und 5500 hm .

So langsam machte sich ein flaues Gefühl in der Magengegend bemerkbar. Das Starterpaket wurde abgeholt Startnummer montiert .

Dann noch bei einem feinen Nachtessen Kohlenhydrate bunkern.

Anschliessend im Zimmer die Verpflegung für den Wettkampf bereitstellen. Riegel, Gels, Getränke und die Kleider für die Depots packen.

Mann konnte auf alle Pässe ein Kleidersack deponieren, was bei den Wetteraussichten rege benutzt wurde.

Schlafen trotz Nervosität war nicht so leicht und mit den Gedanken beim Rennen .

Strecke Visuell abfahren ,wo soll ich mich am Start einstellen.

Um 4 Uhr klingelt das Natel , zuerst ein Blick aus dem Fenster noch war es trocken.

Anschliessend Frühstück, letzte Tipps von Mitstreitern und dann geht’s zum Start.

Dunkel und kalt war es um 5.45 Uhr und so fuhren wir gemeinsam zum Start. Es galt sich warm zu halten umso eine Stunde bis zum Startschuss zu überbrücken.

Dann der ersehnte Startschuss 30 km bergab bis Ötz , die Hektik und Nervosität war zu spüren.

In Ötz rechts abbiegen, und so den ersten Anstieg zum Kühtei hinauf in Angriff zu nehmen.

Plötzlich in der Mitte des Anstieges trauten wir unseren Augen kaum, wir hatten Begleitung von zwei

Haflingerpferden die mit uns bis auf die Passhöhe galoppierten. Oben angekommen hiess es

Verpflegen , Windjacke anziehen und dann auf die rasante Abfahrt Richtung Innsbruck.

Der Himmel wurde immer grauer und grauer und  schon nahm man leichten Regen wahr.

Im Tal angekommen, an der Bergisel Sprungschanze vorbei, folgte der längste Anstieg mit  mit knapp 40 km zum Brenerpass hoch. Wieder das gleiche Ritual auf der Passhöhe. Verpflegen diesmal auch mit warmer Suppe, Jacke überziehen und  ab nach Sterzing.

Als nächstes folgt der Jaufenpass mit 12 % Steigung im Schnitt. Tremola ähnlich schleicht sich die Strasse den Hang hoch.

Hinunter nach St.Leonhard war Vorsicht geboten, schlechter Asphalt, Schlaglöcher und sehr kurvenreiche Strasse forderte hohe Konzentration.

Letzter Anstieg zum Timmelsjoch, ein Traum jedes Rennradfahrers, folgten doch  32 km und 1760 Höhenmeter.

Der Himmel verfärbte sich immer mehr und so kam es wie es kommen musste. Nebel zog auf und Regen setzte ein und es wurde bitter kalt.

Nach 2 Std. 36 Minuten erreichte ich den höchsten Punkt des Ötzis, das Timmelsjoch.

Es galt nun bei strömendem Regen die Abfahrt heil zu überstehen. Nässe und  Kälte war unser Begleiter bis ins Ziel.

Erstmals kam kurz der Gedanken auf was mach ich bloss hier. Die Abfahrt überstand ich heil,

durchfroren zitternd mich kaum mehr auf dem Rad haltend, aber glücklich konnte ich nach 10 Std 15 Min meine Frau im Ziel

in die Arme schliessen.

 

Mein Traum wurde wahr den Ötztalerradmarathon geschaft zu haben.